Am 09. Mai startet bei der Zehlendorfer Schützengilde eine neue Wettkampfserie im SVBB: die Rangliste für Luftgewehr- und Luftpistolenschützinnen und -schützen im Freihandbereich.
Doch warum braucht es dieses neue Format überhaupt? Welche Ziele stecken dahinter? Und an wen richtet sich das Angebot?
Wir haben dazu mit unserem Vizepräsidenten Öffentlichkeitsarbeit, Sascha Dibowski, gesprochen, der das Projekt gemeinsam mit weiteren Engagierten im Verband initiiert hat.
SVBB: Sascha, im Verband gibt es bereits verschiedene Ranglistenformate. Warum jetzt noch eine Rangliste für Luftgewehr und Luftpistole Freihand?
Dibowski:
Wenn man sich unser sportliches Angebot anschaut, sind wir eigentlich schon gut aufgestellt: Wir haben die Kleinkaliber-Rangliste, die Rangliste Auflage und mit der Jugendsichtung auch eine etablierte Serie für den Nachwuchs.
Was bisher jedoch gefehlt hat, ist ein vergleichbares Angebot für unsere Sportlerinnen und Sportler im Erwachsenenbereich – insbesondere im Druckluft-Freihandbereich. Zwischen den Landesmeisterschaften im Frühjahr und den Rundenwettkämpfen im Herbst gab es kaum Möglichkeiten, sich regelmäßig im Wettkampf zu messen. Genau diese Lücke wollen wir schließen.
Dazu kommt ein ganz praktischer Gedanke: In vielen Vereinen gibt es bereits ein Monatsschießen, bei dem man sich vereinsintern misst. Warum sollte man dieses Prinzip nicht auch auf Verbandsebene weiterdenken und den Vergleich mit Schützinnen und Schützen aus anderen Vereinen ermöglichen?
Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung der Teilnehmerzahlen – gerade im Luftgewehrbereich sehen wir, dass die Starterfelder in einigen Altersklassen kleiner werden. Mit einer offenen Wertung schaffen wir hier bewusst einen neuen Anreiz, indem alle gemeinsam in einer Klasse antreten. Das bringt mehr direkte Vergleichsmöglichkeiten und macht den Wettkampf insgesamt wieder attraktiver.
SVBB: Wie ist die Idee konkret entstanden?
Dibowski:
Das Ganze hat in einer Sitzung der Sportwarte begonnen. Dort wurde das Thema erstmals angesprochen – das Interesse war zunächst noch recht überschaubar.
Im Nachgang hat sich dann aber einiges entwickelt: Mehrere Vereine haben sich zurückgemeldet und signalisiert, dass sie das Thema spannend finden und sich eine Beteiligung vorstellen können – unter anderem die Schützengilden Berlin & Charlottenburg, die Zehlendorfer Schützengilde, der Schützenverein Schönholzer Heide, der Schützenverein Edelweiß und die Schützengilde Tegel-Süd.
Daraufhin haben wir einen kleinen Arbeitskreis gebildet und gemeinsam überlegt, wie ein solches Format aussehen kann. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an alle, die sich eingebracht haben – ohne dieses Engagement wäre das Projekt so nicht möglich gewesen.
SVBB: Wie sieht das Konzept für die erste Saison aus?
Dibowski:
Wir starten bewusst klein, um zunächst Erfahrungen zu sammeln. Für dieses Jahr sind drei Wettkampftermine geplant.
Die Idee ist, ein unkompliziertes Format zu schaffen, bei dem man regelmäßig im Wettkampfmodus bleibt, ohne dass es zu aufwendig wird. Nach dem Vorbild der bestehenden Rangliste Auflage haben wir zudem die Möglichkeit von Streichergebnissen vorgesehen.
So ergeben sich aus bis zu drei Teilnahmen ein Gesamtergebnis aus den zwei besten Einzelergebnissen – und daraus schließlich die Siegerinnen und Sieger.
Ein besonderer Aspekt ist dabei auch die Schussanzahl: Im Gegensatz zum klassischen 40-Schuss-Programm setzen wir bewusst auf das 60-Schuss-Format, wie es auch bei den Deutschen Meisterschaften geschossen wird.
Damit wollen wir einerseits etwas Abwechslung in den Wettkampfalltag bringen, vor allem aber den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, unter realistischen Bedingungen ein Stück „Meisterschaftsfeeling“ zu erleben.
SVBB: Und wer wird an der Rangliste teilnehmen?
Dibowski:
Die Rangliste richtet sich ganz bewusst an ein breites Feld.
Zum einen an diejenigen, die vielleicht noch nicht so viel Wettkampferfahrung haben oder bisher gezögert haben, an größeren Wettbewerben teilzunehmen. Für sie ist das eine gute Gelegenheit, sich ohne großen Druck auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.
Gleichzeitig sprechen wir natürlich auch die Schützinnen und Schützen an, die regelmäßig trainieren und sich gerne im Wettkampf messen. Und nicht zuletzt ist es auch ein Angebot für die ambitionierten „Leistungsträger“, die auf dem Weg zu den Deutschen Meisterschaften sind und hier zusätzliche Wettkämpfe im passenden Rhythmus nutzen können.
Im Idealfall bringt die Rangliste genau diese Gruppen zusammen – Einsteiger, Fortgeschrittene und erfahrene Schützen – und schafft dadurch einen lebendigen und spannenden Wettbewerb.
SVBB: Was erhoffst du dir von der neuen Rangliste?
Dibowski:
Wir wollen vor allem mehr Bewegung in den Freihandbereich bringen. Mehr Wettkämpfe bedeuten mehr Praxis, mehr Motivation im Training und letztlich auch mehr sportliche Entwicklung.
Darüber hinaus geht es uns um die stärkere Einbindung unserer Vereine – sowohl in der Ausrichtung von Wettkämpfen als auch darin, ihren Mitgliedern zusätzliche Wettkampferfahrungen zu ermöglichen. Gerade kleinere Vereine, die sonst nicht regelmäßig Wettkämpfe ausrichten, sollen hier eine Plattform bekommen.
Und ganz klar: Wenn die Rangliste gut angenommen wird, ist es unser Ziel, das Format weiter auszubauen. Auch die Rangliste Auflage ist nicht direkt mit vielen Terminen gestartet, sondern hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Genau diesen Weg können wir uns hier ebenfalls vorstellen.
SVBB: Warum sollte man aus deiner Sicht unbedingt mitmachen?
Dibowski:
Weil es genau das ist, was vielen gefehlt hat: ein regelmäßig stattfindender Wettkampf mit niedrigem Einstiegshindernis und gleichzeitig sportlichem Anspruch.
Und wir wollen vor allem den Spaß am Sportschießen über das ganze Jahr hinweg hochhalten. Niemand muss denken, er oder sie sei „zu schlecht“, um mitzumachen. Im Gegenteil: Gerade der Wettkampf ist die beste Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Reiz liegt auch darin, dass wir bewusst auf eine Trennung nach Altersklassen verzichten. Dadurch kommt man mit ganz unterschiedlichen Schützinnen und Schützen zusammen, misst sich direkt miteinander und kommt viel leichter ins Gespräch.
Genau dieser Austausch und der Blick über den eigenen Verein hinaus machen für mich einen großen Teil des Sports aus. Und oft entsteht daraus dann auch der Ehrgeiz, sich zu verbessern und beim nächsten Mal vielleicht ein paar Ringe mehr zu holen.
SVBB: Vielen Dank für das Gespräch!
Dibowski:
Sehr gern – ich freue mich auf viele Teilnehmende und spannende Wettkämpfe!
Mit der neuen Rangliste schafft der SVBB nicht nur ein zusätzliches Wettkampfangebot, sondern auch eine Plattform für Austausch, Entwicklung und sportliche Gemeinschaft.
Jetzt liegt es an den Schützinnen und Schützen, dieses Angebot mit Leben zu füllen. 🎯
Weitere Informationen zur Rangliste sowie die vollständige Ausschreibung mit allen Terminen und Details findet ihr hier – wir freuen uns auf eure Teilnahme:
Ausschreibung (pdf)
