Sport

Der Schützenverband Berlin-Brandenburg ist ein Sportverband, der seinen Mitgliedern ein breites Spektrum vieler attraktiver Disziplinen anzubieten hat. Ob man sich für das rasante Wurfscheibenschießen oder den eleganten Bogensport interessiert, die klassischen Disziplinen mit Gewehr und Pistole ausübt oder dem dynamischen Sommerbiathlon nachgeht – alle Sportarten haben ihren individuellen Reiz.
Die folgenden Seiten bieten einen Gesamtüberblick über die Disziplinen, die der Schützenverband Berlin-Brandenburg in seinem Sportprogramm anbietet. Diese beinhalten sowohl Wettbewerbe, welche im olympischen Programm sind, als auch welche, die lediglich in Deutschland sportlich betrieben werden.

Olympische und nicht olympische Schießsportdisziplinen

Flintendisziplinen
Skeet (olympisch) / Trap (olympisch) / Doppeltrap

Das Besondere am Wurfscheibenschießen im Vergleich zu anderen Disziplinen ist, dass es keine Ringwertung gibt – es wird nur zwischen „Treffer“ und „Fehler“ unterschieden. Dies ist für Sportler wie Zuschauer direkt ersichtlich und einfach nachzuvollziehen. Geschossen wird mit Schrotflinten, wobei Vorderschaftrepetierer (sogenannte „PumpGuns“) nicht erlaubt sind. Beim Wurfscheibenschießen kann ausschließlich im stehenden Anschlag geschossen werden. Im DSB werden sowohl Disziplinen des Weltverbandes ISSF (International Sport Shooting Federation) als auch aus dem jagdlichen Schießen stammende Disziplinen der FITASC (Federation Internationale de Tir aux Armes Sportives de Chasse) angeboten.

Gewehrdisziplinen
Luftgewehr (olympisch) / KK-Gewehr (olympisch) / GK-Gewehr / Zimmerstutzen / Ordonnanzgewehr

Sportliches Gewehrschießen kann man in verschiedenen Formen betreiben. Zum einen unterscheiden sich die Waffen nach ihren verschiedenen Kalibern-, bzw. der Art, wie sie die Kugel ins Ziel bringen, zum anderen wird in unterschiedlichen Anschlagsarten geschossen. Gezielt wird bei allen Gewehrarten (Ausnahme: Ordonnanzgewehre mit offener Visierung) mit Hilfe eines Diopters und eines Ringkorns. Sobald sich „das Schwarze“ in der Mitte des Ringkorns befindet, kann der Schuss gelöst werden, und man schießt eine Zehn. Der Reiz an dieser Sportart ist, dass es eben nicht so einfach ist, wie es sich anhört. Vielmehr erfordert es ein hohes Maß an Konzentration und Körperbeherrschung. Immerhin gilt es, um eine Zehn (die höchstmögliche Ringzahl) zu erreichen, auf die Entfernung von 10m einen 0,5mm (!) kleinen Punkt zu treffen. Auf die Distanz von 50m ist die Zehn mit 10,4mm Durchmesser auch verhältnismäßig klein. Also wird neben einer ruhigen Hand und innerer Ruhe auch eine gute allgemeine Kondition benötigt, um seinen Körper unter Kontrolle halten zu können. Je nach Disziplin werden folgende Anschläge verwendet: • (frei) stehend • kniend • liegend • stehend aufgelegt • sitzend aufgelegt Folgende Disziplinen werden deutschlandweit angeboten, weitere Disziplinen können ggf. in einzelnen Landesverbänden ebenfalls ausgeübt werden.

Pistolen- und Revolverdisziplinen
Luftpistole (olympisch) / KK-Pistolen und -Revolver (olympisch 25m Schnellfeuerpistole) / GK-Pistolen und -Revolver

Wie beim Gewehr kann man auch das sportliche Schießen mit Pistolen und Revolvern in verschiedenen Formen betreiben. Das Sportprogramm umfasst Disziplinen mit unterschiedlichen Anforderungen, der Fokus liegt entweder auf dem Einzelschuss (Luftpistole, Freie Pistole), auf einer schnellen Serie von Schüssen (Schnellfeuerpistole) oder einer Mischung beider Aspekte. Die Waffe wird in der Regel mit nur einer Hand am ausgestreckten Arm gehalten, gezielt wird über Kimme und Korn. Nur mit einem hohen Maß an Konzentration und spezieller Kraftausdauer sowie Koordination gelingt es, das mindestens 500g betragende Abzugsgewicht so zu überwinden, dass der Schuss genau im richtigen Moment ausgelöst wird. Je nach Disziplin werden folgende Anschläge verwendet: • (frei) stehend • stehend aufgelegt • sitzend aufgelegt Folgende Disziplinen werden deutschlandweit angeboten, weitere Disziplinen können ggf. in einzelnen Landesverbänden ebenfalls ausgeübt werden. • Luftpistole 10m (olympisch) • Kleinkaliberpistole 25m (olympisch) und 50m • Großkaliberpistolen 25m

Armbrustdisziplinen
Armbrust 10m/30m/Feldarmbrust IAU/National/Traditionell

Armbrustschießen erinnert die meisten wahrscheinlich eher an Wilhelm Tell als an eine moderne Sportart. Doch seit dem legendären Apfelschuss hat sich die Armbrust von ihrem Einsatz bei der Jagd und der Stadtverteidigung im Mittelalter zu einem wahren HightechSportgerät entwickelt. Zumeist ist der Querbogen auf einen Luftgewehrschaft aufgebaut. Gezielt wird ähnlich wie beim Gewehrschießen durch ein Diopter und ein Ringkorn, wobei eine kleine Wasserwaage hilft, die Armbrust immer in der gleichen Lage zu halten. Ist der Bogen (zumeist aus Karbon gefertigt) gespannt, legt man einen Pfeil auf eine Schiene, und mit dem Abdrücken löst sich die Bogenspannung und lässt den Pfeil (auch Bolzen genannt) ins Ziel fliegen. Hinter der Zielscheibe befindet sich ein Bleistück, in dem der Pfeil stecken bleibt und dann vom Schützen für den nächsten Schuss wieder herausgedreht wird. Im DSB werden drei Armbrustdisziplinen durchgeführt: • Armbrust 10m/30m • Feldarmbrust IAU • Armbrust National/Traditionell

Laufende Scheibe
Die Disziplinen mit der „laufenden“ Scheibe

Die Disziplinen mit „laufender“ Scheibe werden mit Druckluftgewehren auf 10m und mit Kleinkalibergewehren auf 50m Entfernung geschossen. Technisch gelten dieselben Regeln wie bei Luftgewehr und Kleinkalibergewehr. Beide Disziplinen werden ausschließlich im frei stehenden Anschlag durchgeführt. Bis zu dem Augenblick, in dem die Scheibe sichtbar wird, hat der Schütze in schussbereiter Stellung zu stehen und sein Gewehr mit beiden Händen zu halten, wobei der Gewehrkolben die Markierung unterhalb des Ellenbogens berühren muss. Erst beim Erscheinen der Scheibe nimmt der Schütze das Gewehr in den Anschlag (mit beiden Händen gegen die Schulter). Die Scheibe bei den 10m-Wettbewerben ist eine durch Zielmarken ergänzte Ringscheibe mit dem Zehnerdurchmesser 5,5mm. Die weiteren Ringe folgen in Abständen von je 2,5mm. Für die 50m-Disziplinen wird eine Wildschweinsilhouette genutzt, auf welcher eine Ringscheibe eingebettet ist. Der Durchmesser der Zehn beträgt hier 60mm, der weitere Ringabstand 17mm. Die Scheibe durchquert in eine vorgegebenen Zeit eine Schneise vor dem Schützen, diese ist bei den 10m-Wettbewerben 2m und bei den 50m-Wettbewerben 10m breit. Es gibt zwei Varianten, in welchen die Wettkampfprogramme absolviert werden können. Die „normale“ Variante ist die, dass jeweils die Hälfte der Wettkampfschüsse auf langsame und schnelle Scheiben abgegeben werden, wobei die Geschwindigkeit innerhalb eines Durchgangs (gleich Wettkampfhälfte) nicht variiert. Außerdem gibt es den MixWettbewerb, in dem innerhalb eines Durchgangs (gleich Wettkampfhälfte) jeweils die gleiche Anzahl von Langsam- und Schnellläufen in beliebiger Abwechslung gefordert sind.

Vorderlader

In diesem Disziplinbereich sind unterschiedliche Waffenarten (Kurz- und Langwaffen) zusammengefasst. Diesen ist gemein, dass es sich um originale oder originalgetreu nachgebaute Vorderlader-Waffen handelt, bei welchen die Treibladung (Schwarzpulver) und das Geschoss nacheinander von vorne in den Lauf eingebracht werden. Die Zündmechanismen stammen aus unterschiedlichen Epochen und werden in Luntenschloss (Zündung durch glimmende Lunte), Steinschloss (Funkenzündung durch Feuerstein) und Perkussionsschloss (Zündhütchen-Zündung) unterteilt. Für Vorderlader-Flintenwettbewerbe (Wurfscheibenschießen) gilt für die Ladung: maximal 6,2g Schwarzpulver, Schrote aus Blei oder nicht toxischen Bleiersatzstoffen aus Monometallen Ø maximal 2,6mm, Gewicht der Schrotladung maximal 35g.

Bogensport

Olympische und nicht olympische Bogensportdisziplinen

Olympischer Recurvebogen
Der einzige zugelassene Bogen bei Olympischen Spielen

Der Bogen besteht aus mehreren Bestandteilen und kann komplett zerlegt werden. Das Herzstück des Bogens ist das Mittelstück, an dem oben und unten jeweils ein Wurfarm befestigt ist. Die Sehne macht den „einfachen“ Bogen komplett. An dieser dürfen zwei Nockpunkte befestigt werden, zwischen denen später der Pfeil „eingenockt“ wird. Zu den weiteren Bestandteilen des Recurvebogens gehören die Pfeilauflage, ein Visier, die Stabilisatoren und ein Button, der den Pfeil während des Abschusses stabilisiert. Die Sehne wird mit drei Fingern gezogen, als Schutz dafür gibt es einen Tab. Der Tab (Fingerschutz) besteht aus Leder, der an einer Platte aus Aluminium oder Messing montiert ist. Geschossen wird auf eine Distanz von 70m, das Zentrum (10) hat einen Durchmesser von 12,2cm, das entspricht der Größe einer „CD“. Schüler und Jugendliche schießen auf eine Distanz von 40m bzw. 60m. In der Halle wird auf eine Distanz von 18m geschossen, das Zentrum (10) hat einen Durchmesser von 4cm, das entspricht der Größe einer Steckdose. Der Recurvebogen kann zudem in dem Wettkampfformat des Feldbogens und 3D geschossen werden.

Compoundbogen
Der Bogen, der das Hebelgesetz anwendet

Der Compoundbogen besteht aus einem Mittelteil und zwei Wurfarmen, die über die Wurfarmtaschen und -schrauben miteinander verbunden sind. Am Ende der Wurfarme sind die Rollen, bzw. Cams montiert. Das obere und untere Cam ist über Kabel und Sehne miteinander verbunden. Die Sehne wird beim Schuss ausgezogen, die Kabel halten das System zusammen. Das Compound-Cam funktioniert nach dem Hebelgesetz und verhält sich wie ein starrer Hebel, während es sich beim Ausziehen des Bogens nach außen dreht. Im Verlauf des Auszugs wird die Kraft am größten. Wenn der Gipfel erreicht wird, reduziert sich im weiteren Verlauf das Zuggewicht um 65-85 Prozent. Im sogenannten Tal ist die Kraft am geringsten. Hier wird der Anschlag der Cams positioniert, der den Auszug begrenzt. Der Einsatz von Scope (Zieloptik mit Wasserwaage und Vergrößerung) und Peep (dt.: Sehnenlochvisier) ermöglicht ein genaues Zielen. Der Compoundbogen entfaltet seine Präzision erst dadurch, dass er mit einem Release (Lösehilfe) geschossen wird. Es wird entweder direkt mittels einer Schlaufe in die Sehne gehakt, oder mit einem Zangenmechanismus oder Haken in einem Loop eingehängt. Wie beim Recurvebogen ergänzen Stabilisator und Dämpfer den Wettkampfbogen. Geschossen wird auf eine Distanz von 50m, das Zentrum (10) hat einen Durchmesser von 8,0cm. Die Auflage reicht bis zum 5. Ring. In der Halle wird auf eine Distanz von 18m geschossen, das Zentrum (10) hat einen Durchmesser von 2cm, das entspricht der Größe einer 20-Cent-Münze. Ebenfalls kann der Compoundbogen auch in dem Wettkampfformat des Feldbogens und 3D geschossen werden.

Blankbogen
Ein Recurvebogen, ausgestattet mit nur sehr wenigen Hilfsmitteln

Der Bogen besteht aus mehreren Bestandteilen und kann komplett zerlegt werden. Das Herzstück des Bogens ist das Mittelstück, an dem oben und unten jeweils ein Wurfarm befestigt ist. Die Sehne macht den „einfachen“ Bogen komplett. An dieser dürfen zwei Nockpunkte befestigt werden, zwischen denen später der Pfeil „eingenockt“ wird. Zu den weiteren Bestandteilen des Blankbogens gehören die Pfeilauflage und ein Button, der den Pfeil während des Abschusses stabilisiert. Die Sehne wird mit drei Fingern gezogen, als Schutz dafür gibt es einen Tab oder Handschuh. Da beim Blankbogen kein Visier verwendet werden darf, ist es erlaubt, die Zugfinger auf der Sehne in der Höhe (StringWalking) zu variieren. Je höher die Hand in die Sehne eingreift, desto höher bzw. weiter fliegt der Pfeil. Greift die Hand bei identischem Ankerpunkt weiter unten in die Sehne, umso niedriger bzw. kürzer fliegt der Pfeil. Ebenfalls muss der Schütze nicht zwingend unterhalb des Kinns ankern, sondern darf die Hand auch unterhalb des Auges (FaceWalking) platzieren.  Geschossen wird auf eine Distanz von 40m, das Zentrum (10) hat einen Durchmesser von 8,0cm. In der Halle wird auf eine Distanz von 18m geschossen, das Zentrum (10) hat einen Durchmesser von 4cm, das entspricht der Größe einer Steckdose. Der Blankbogen kann zudem in dem Wettkampfformat des Feldbogens und 3D geschossen werden.

Langbogen

Der Langbogen besteht aus einem Stück Holz und kann nicht zerlegt werden. Der Bogen hatte seine „Glanzzeit“ im Mittelalter, wo er als Kriegswaffe eingesetzt wurde. Der Begriff „Langbogen“ umschreibt alle einfach gebogenen Bögen, deren Sehne die Innenseite der Wurfarme nicht berührt. Der englische Langbogen wird meistens aus Eibenholz gefertigt, der indische Langbogen aus Bambusholz. Die Pfeile hingegen werden aus Zedern oder Pappelholz gebaut. Die Langbögen wurden im Mittelalter meistens so eingesetzt, dass eine Vielzahl von Bogenschützen einen Pfeilhagel auf weite Distanz schoss, um so eine große Fläche von Gegnern zu treffen. Die Zugkraft der Bögen betrug bis zu 120lbs (Pfund, ca. 54kg). Im heutigen Wettkampfformat wird der Langbogen im Deutschen Schützenbund nur im Feldbogen und 3D Bereich eingesetzt. Allerdings gibt es auch Wettkämpfe auf einigen Landesverbandsebenen, bei denen die Klasse offen, also für Damen und Herren in einer zusammengelegten Klasse, ausgeschrieben wird. Der Pfeil des Langbogens darf entweder auf dem „Shelf“, einer Kante die in den Bogen geschnitzt ist, aufliegen, oder auf der Hand des Schützen liegen. Es darf ein Tab (Fingerschutz) oder ein Schießhandschuh verwendet werden. Die Zughand darf, wie beim Recurvebogen mediterran, also ein Finger über dem Pfeil und zwei Finger unter dem Pfeil in die Sehne greifen, oder alle Finger dürfen unter dem Pfeil eingreifen. Im Gegensatz zum Blankbogen, muss der oberste Finger immer in Kontakt mit dem Pfeil sein. Ein „Stringwalking“ oder „Facewalking“ ist nicht erlaubt. Der Bogen bei den Damen muss mindestens 150cm, der Bogen bei den Herren mindestens 160cm lang sein.

Instinktivbogen

Eine Mischung aus Recurve- und Blankbogen Ein Bogen ganz gleich welcher Art, solange er den anerkannten Prinzipien und der Bedeutung des Wortes „Bogen“ bei Scheibenwettkämpfen entspricht, nämlich ein Gerät, welches aus einem Griff, Mittelstück (kein Durchschusstyp) und zwei flexiblen Wurfarmen, deren Enden jeweils mit einer Sehnenkerbe versehen sind, besteht. Das Mittelstück besteht aus natürlichem oder Material auf Harzbasis (z.B. Holz, Bambus, Horn, Stoff, Fiberglas, und ein Teil des Mittelstücks kann Karbon/Graphit oder Metall enthalten). Das Mittelstück muss entweder aus verschiedenen Schichten oder aus einem Stück Holz bestehen. Der Bogen kann zerlegbar sein und darf nur werksseitig eingesetzte Beschläge für die Wurfarme, Visier- und Dämpferbefestigungen und Buchsen für Stabilisatoren enthalten. Der Bogen darf einen verstellbaren Wurfarm zum Einstellen des Tillers haben, darf aber keine verstellbaren Wurfarmtaschen zum Verändern des Zuggewichtes haben. Das Mittelstück kann dünne synthetische Laminate bis zu einer Dicke von 6mm zur Verwendung als Wurfarm-/Wurfarmtaschenschutz zur baulichen Verwendung im Mittelstück enthalten, jedoch darf nicht mehr als ein Viertel des Mittelstücks aus Metall oder synthetischem Material bestehen. Das Mittelstück muss Holz oder Bambus enthalten. Bei nicht zerlegbaren Bögen sind Wurfarmlaminate aus jeglichem Material, die in das Mittelstück weiterlaufen, erlaubt. Der Bogen wird zum Gebrauch mit einer einzigen Sehne gespannt, die direkt zwischen den beiden Sehnenkerben verläuft. Beim Schießen wird er mit einer Hand am Griff gehalten, während die Finger der anderen Hand die Sehne ausziehen und lösen. Der Bogen wie oben beschrieben muss blank sein, mit Ausnahme einer Pfeilauflage und er muss frei sein von Herausstehendem, Visieren, Visiermarkierungen, sonstigen Markierungen, Flecken oder von Laminierungen (im Bogenfenster), die als Zielhilfe dienen könnten. Gewichte im Mittelstück sind zulässig, sofern sie während des Herstellungsverfahrens des Bogens ein gebaut wurden und nicht danach. Diese Gewichte dürfen auf der Außenseite des Mittelstücks nicht sichtbar sein und müssen von Material bedeckt sein, das beim ursprünglichen Herstellungsverfahren angebracht wurde. Und zwar ohne sichtbare Löcher, gefüllte Löcher, Deckschichten oder Abdeckungen, jedoch mit Ausnahme der Originaleinlage des Herstellers oder des eingelegten Logos des Herstellers (Intarsie). Mehrfarbige Mittelstücke sowie das Markenzeichen auf der Innenseite des oberen und unteren Wurfarms sind zulässig. Ist der Bereich im Bogenfenster jedoch so gefärbt, dass er als Zielhilfe verwendet werden könnte, muss er abgeklebt werden.

Wettkampfformate
Neben der unterschiedlichen Disziplinen macht auch die Variabilität der Wettkampfformate im Bogenbereich den Reiz aus. Bogenschießen ist ein Ganzjahressport, der sowohl im Freien als auch in der Halle, sowohl auf angelegten Schießbahnen als auch in freier Natur, auf unterschiedliche Entfernungen, Auflagengrößen bzw. Ziele ausgeübt werden kann. Neben dem einen Format in der Halle, gibt es drei WA-Formate für die Outdoor Disziplinen.

Sommerbiathlon

Target Sprint und Sommerbiathlon
Faszination aus Laufen und Schießen

Für eine der interessantesten Wintersportarten, dem Biathlon, existiert im Deutschen Schützenbund eine Sommervariante für Jedermann. Die ungewöhnliche Kombination zweier völlig gegensätzlicher Einzeldisziplinen macht diese Sportart so publikumswirksam und abwechslungsreich wie kaum eine andere im DSB.
Neben Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit, welche für das Laufen unumgänglich sind, gehören Konzentration und taktisches Geschick beim Schießen zu den unabdingbaren Voraussetzungen. Ziel beim Biathlon ist die vorgegebene Strecke in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen und dabei eine unterschiedliche Anzahl an Schießeinlagen möglichst fehlerfrei zu bewältigen.

Sommerbiathlon
Im Gegensatz zum Biathlon im Winter erfolgt im Sommer kein Mitführen der Waffen. Die Waffen verbleiben in Waffenständern am Schießstand. Die Strecke wird als Crosslauf absolviert. In Anlehnung an die Wintervariante werden im Sommerbiathlon hauptsächlich Wettkämpfe im Sprint (Wettkampfdistanz = 3-4 km) , der Staffel (Wettkampfdistanz = 3×2,4km) und dem Massenstart (Wettkampfdistanz = 5-6km) ausgetragen.

Beim Sprint starten die Teilnehmer einzeln in Zeitintervallen von 30 Sekunden, so dass jeder Athlet allein gegen die Uhr laufen muss. Im Massenstart und der Staffel gehen alle Athleten gleichzeitig auf die Strecke und müssen sich im Duell „Frau-gegen-Frau“ bzw. „Mann-gegen-Mann“ behaupten. Während beim Sprint und der Staffel je einmal liegend und einmal stehend geschossen wird, gibt es im Massenstart vier Schießeinlagen in der Reihenfolge liegend-liegend-stehend-stehend. Den Staffelläufern stehen je drei Nachlader pro Schießeinlage zur Verfügung. Jede nicht getroffene Scheibe zieht eine Strafrunde von 75m Länge nach sich. Im Sommerbiathlon wird wahlweise mit dem Kleinkalibergewehr (ab Jugend) oder dem Luftgewehr geschossen. Mehrlader dürfen verwendet werden.

Target Sprint
Der Target Sprint ist noch eine recht junge Disziplin, in welcher der internationale Dachverband ISSF seit 2017 internationale Meisterschaften austrägt. Target Sprint wird auf der Kurzdistanz von dreimal 400m-Laufrunden ausgetragen. Nach der ersten und zweiten Runde ist jeweils ein Stehendschießen zu absolvieren, ehe der Athlet nach der dritten Laufrunde ins Ziel läuft. Im Gegensatz zum Sommerbiathlon werden alle Wettkampfformen des Target Sprints (Einzel, 3er-Team und Mixed-Team) als Massenstartrennen durchgeführt, in denen max. 12 Sportler in einem Lauf gegeneinander antreten. Über Qualifikationsläufe (z.B. Halbfinale, Vorlauf, usw.) qualifizieren sich die zeitschnellsten Sportler bzw. Teams für die Finals. Die Streckenlänge und der Ablaufmodus sind für alle Altersklassen gleich. Das Schießen erfolgt mit Druckluftwaffen. Es sind zweimal bis zu zehn Schuss, welche einzeln nachgeladen werden müssen, für fünf zu treffende Ziele abzugeben. Sollten nach Abgabe des zehnten Schusses noch nicht alle Scheiben getroffen sein, muss der Sportler eine Zeitstrafe von 10 Sekunden in der sogenannten „Penalty Box“ absitzen, bevor er die nächste Laufrunde absolvieren darf.